Ich mochte die Moderationen Oertels schon immer. Er schien mitzulaufen, mitzuspringen, hatte sich die Schlittschuhe unter die Füße geschnallt und lief die Kür selbst. Naja. Und als das Buch angekündigt wurde, da bin ich aber hin zur Vorstellung des neuen Werkes. Und viele andere auch.
Ich hätte früher da sein sollen, denn anscheinend waren alle anderen „Fans“ auch gekommen. So fand ich keinen Platz mehr im Saal und stand unbefriedigt vor der Tür. Zu warm und zu voll – und die Akustik war lausig.
So entschloss ich mich zum Kauf des Buches mit dem seltsamen Titel, denn lesen kann ich ja auch allein. Doch damit begannen die Schwierigkeiten. Oertel lebt von seiner Diktion, von seiner Stimme. Und wenn man dem vorliegenden Text nachlauscht, hört man ihn bisweilen … Allerdings lese ich mir selbst nicht laut vor, und so waren diese Impressionen seiner Erinnerungen seltsam sperrig und irgendwie nicht zu Ende geschrieben, allzu vieles bleibt in der Luft hängen.
Im Klappentext heißt es unter anderem: „ …Wie wird gedacht, vergessen und verdrängt. Ein deutsches Problem. Miterlebtes.“
Darüber hätte ich gern gelesen. Ich fand davon zu wenig, um begeistert zu sein. Vielleicht hätte er ein Hörbuch daraus machen sollen?
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