Die Zahl der hungernden Menschen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, steigt jedoch langsamer als die Bevölkerung an: 1990 waren es etwa 822 Millionen, im Jahr 2008 etwa 963 Millionen Menschen. Am 19. Juni 2009 berichtete die BBC, dass nun offiziell eine Milliarde Menschen hungern. Das ist etwa jeder siebente Mensch auf der Erde. Jedes Jahr sterben etwa 8,8 Millionen Menschen, hauptsächlich Kinder, an Hunger, was einem Todesfall alle 3 Sekunden entspricht (Stand 2007). Quelle: Wikipedia
Szenenwechsel:
Wochenende, Samstag, Putzen, Einkaufen, … ab in den nächsten Supermarkt, Normalität in Deutschland.
In meinem Einkaufswagen finden sich keine Cola, keine Chips, kein Alkohol, keine Zigaretten, aber Butter, jede Menge Gemüse, Currywürste und Brotbelag für 14 Tage. Jedes Teil kostet 9 Cent, da nur noch ein paar Tage vom Mindesthaltbarkeitsdatum entfernt. – Die Kasse spuckt einen Brutto-Rechnungsgesamtbetrag von 81 Cent aus.

Ich schäme mich. Ich schäme mich für unser Land. Ich schäme mich für die Politik.
Die Weltwirtschaftskrise, Ausfluss globaler Verantwortungslosigkeit und Geldgier, hat das Hungerproblem noch verschärft. Viele Hilfsorganisationen bemühen sich, Abhilfe zu schaffen – Engagement weniger, Tropfen auf den heißen Stein. Die Hoffnung ist verschwindend gering, dass wirklich einmal diese Schmach des Hungers von unserem Planeten getilgt wird, denn
beim letzten Treffen der G20 in Washington am 24. April diesen Jahres ging es mit der Bankenabgabe nicht voran.
In Deutschland erzwingt die FDP den Verzicht auf die Börsensteuer, die jährlich 100 Milliarden Euro erzielen würde. – Vernünftig eingesetzt könnte damit dem weltweiten chronischen Hunger in vielen Teilen dieser Erde begegnet werden. Stattdessen wird die Entwicklungshilfe gekürzt. – Selbst wenn man sich zu einer Börsen- oder Transaktionssteuer durchringen würde, dann wahrscheinlich einzig und allein zur Absicherung von neuerlichen Vabanquespielen von Banken und Spekulanten.
Politische Verantwortung sieht anders aus. Unsere politischen Leistungsträger, bringen keine Leistung, die sie von allen anderen einfordern. Sie klopfen Sprüche, bedienen ihre Lobbygruppen, sind verantwortungslos und inhuman. – Und sie schämen sich nicht.
Während ich diesen Artikel geschrieben habe, sind 923 Menschen, vor allem Kinder, auf diesem Planeten verhungert.
Tags: Börsensteuer, Hunger, Hungertod, Scham, Transaktionssteuer, Überfluss